Ecstasy

Grundsätzliches

Ecstasy ist weltweit als sogenannte Partydroge verbreitet. Chemisch 3,4 Methylendioxy-N-methylamphetamin (MDMA). Strukturell gehört es zur Gruppe der Amphetamine. Die Droge wird überwiegend in Form von Pillen oral konsumiert.

 

Geschichte

Der Chemiker Köllisch synthetisierte im Labor des Pharmakonzerns E. Merck erstmals MDMA. Merck erhielt dafür 1914 das Patent. MDMA wurde damals als ein Zwischenprodukt auf der Suche nach einem blutstillenden, gefäßzusammenziehenden Mittel betrachtet. 1965 synthetisierte der Chemiker Shulgin MDMA selbst. Der Zeitpunkt, wann ein Mensch erstmals MDMA konsumiert hat, ist nicht genau bekannt. 1976 soll eine amerikanische Studentin Shulgin von einem Selbstversuch berichtet haben. Im gleichen Jahr präsentierte der Chemiker die Substanz der Öffentlichkeit und bezeichnete sie als „Fenster zur Psyche“. In den folgenden Jahren setzten Psychotherapeuten MDMA in ihren Praxen ein. Bis Mitte der 80iger Jahre war MDMA uneingeschränkt verkehrsfähig. Die Verwendung als Rausch- und Partydroge wurde zuerst in Yuppiebars von Dallas beobachtet. Durch die amerikanische Drug Enforcement Administration (DEA) wurde die Droge 1985 verboten. Ein Jahr später weltweit durch die WHO. Parallel zur wachsenden Popularität der Ravekultur wuchs die Verbreitung von MDMA/Ecstasy in den 90iger Jahren auch in Europa.

Einnahme & Wirkungen

MDMA ist nach Angaben der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht eine der beliebtesten Partydrogen, insbesondere im Umfeld der Techno- und Houseszene. Hier soll sie die meist konsumierte, illegale Substanz nach Speed sein. MDMA wirkt im zentralen Nervensystem als „Ausschütter“ von Serotonin, Noradrenalin und in schwächerer Form auch von Dopamin. Diese Transmitter prägen entscheidend die Stimmungslage eines Menschen. Konsumenten werden euphorisch, nehmen eigene Gefühle intensiver wahr und spüren eine Steigerung der Neigung zum sozialen Umgang. Der kontinuierliche MDMA-Konsum kann zu erhöhter Aggressivität führen, da eine deutlich höhere Ausschüttung des Stresshormons Cortisol stattfindet. Körperliche Wirkungen des MDMA-Konsums sind vermindertes Hunger- und Durstgefühl, reduziertes Schmerzempfinden, Erhöhung von Puls, Blutdruck sowie Atemfrequenz, erweiterte Pupillen und Mundtrockenheit. Viele Konsumenten berichten außerdem von einer erhöhten physischen Sensibilität, sodass Berührungen, sowohl aktiv wie auch passiv, als überdurchschnittlich angenehm empfunden werden, woraus für MDMA die Bezeichnung „Kuscheldroge“ herrührt.

Die größte Gefahr bezüglich akuter Nebenwirkungen besteht in der Überhitzung des Körpers, da MDMA entwässernd und temperatursteigernd wirkt. Intensives Tanzen verstärkt diesen Effekt und der Konsument nimmt die Warnsignale des Körpers gar nicht oder nur abgeschwächt wahr. Dadurch kann die Körpertemperatur auf 40-42 Grad ansteigen, was zu Organversagen, Koma oder gar Tod führen kann. Natürlich könnte dieser Gefahr mit Trinken und Pausen entgegengewirkt werden. Allerdings mindert MDMA das Durstgefühl und erzeugt einen hohen Bewegungsdrang. MDMA kann ebenso zu einer akuten Senkung des Natriumspiegels im Blut führen. Diese seltene, doch höchst gefährliche Nebenwirkung kann Übelkeit, Verwirrtheit und epileptische Anfälle hervorrufen. Bei Patienten mit diesen Symptomen enden 20% aller Fälle tödlich. Da Östrogen diese Nebenwirkungen verstärkt, treten sie häufiger bei Frauen als bei Männern auf.

Langzeitfolgen

MDMA hat ein gewisses psychisches Abhängigkeitspotential. Zum Unterschied zu anderen Drogen entwickelt sich allerdings nur sehr selten ein täglicher Konsum. Es entsteht eher eine Abhängigkeit in Verbindung mit bestimmten Umfeldern, zum Beispiel Technopartys. Bei regelmäßigem Wochenendkonsum vegetiert der Konsument über die Woche oft nur noch dahin, erledigt notgedrungen und lustlos seine Arbeiten, um erst am Wochenende unter dem Einfluss von MDMA wieder aufzublühen. Die Zeit zwischen den Konsumvorgängen ist gekennzeichnet von Antriebslosigkeit, Lustlosigkeit oder auch depressiven Phasen. Diesen Rhythmus, in dem nur noch die Wochenenden als lebenswert empfunden werden, betrachten viele Experten als die eigentliche Gefahr der psychischen Abhängigkeit. Eine stetige Steigerung der Dosierung ist hingegen bei MDMA wenig verbreitet, da diese den Rauschzustand nicht verstärkt, wohl aber die unerwünschten Nebenwirkungen wie Gereiztheit, Muskelverspannungen, Kopf-, Glieder- und Kieferschmerzen. Eine Überdosierung kann allerdings zu akutem Herzversagen führen.

Neueste Studien zeigen ebenso, dass der MDMA-Konsum zu dauerhaften Beeinträchtigungen sämtlicher Gedächtnisleistungen führen kann wie auch zu Halluzinationen oder Panikattacken.