Visionen

Vorwort

Sofern Sie den Begrüßungstext unserer Website nicht gelesen haben, möchten wir an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass wir Vorhaben unseres noch jungen Vereins solange unter diesem Buttom „Visionen“ führen, bis uns ein Mindestmaß an finanziellen Mitteln, personellen Ressourcen und der Planungsstand gestatten, mit der praktischen Umsetzung zu beginnen. Ab diesem Zeitpunkt führen dokumentieren wir die Umsetzung unter dem Buttom „Projekte“.   

Hauptberuflicher Vereinsvorstand

Im Moment arbeiten alle Mitglieder unseres Vereins ehrenamtlich. Auch der Vorsitzende. Dies schränkt uns leider in der Realisierung von Terminen und Projekten sehr ein. So finden zum Beispiel viele Workshops an Schulen am Vormittag statt, Gesprächsrunden mit Eltern wiederum in den Abendstunden. In beiden Fällen ist eine langfristige Planung notwendig. Was mit einer ausschließlichen Arbeit „neben dem Job“ nur sehr schwer zu koordinieren ist. Dazu kommt noch das intensive Engagement zum weiteren Aufbau unseres Vereins und zur Umsetzung weiterer Visionen/Projekte.    Deshalb sind wir intensiv auf der Suche nach Firmen oder auch privaten Spendern, die uns in die Lage versetzen, dass sich unser Vereinsvorsitzender hauptberuflich auf all die genannten Aufgaben konzentrieren kann.

Projekt Selbsthilfe-Community

Wenn junge Menschen sich entschließen, ernsthaft den Drogensumpf hinter sich zu lassen und das Glück haben, einen freien Platz zur stationären Therapie zu erhalten, gehen sie zunächst in eine Entgiftung. Diese dauert im Normalfall vier Wochen. Läuft es optimal bezüglich der Terminplanung, geht es nach der Entgiftung sofort in eine sogenannte Langzeittherapie. Diese dauert im Durchschnitt sechs Monate und kostet den zuständigen Krankenkassen oder Rentenversicherungsträgern sehr viel Geld. Der letzte Punkt sei nachdrücklich betont. Nicht, weil wir es für falsch erachten, dieses Geld zur möglichen Rettung eines jungen Lebens auszugeben, sondern deshalb, weil wir glauben, dass es, auch wegen der Therapiekosten, in unser aller Interesse liegen muss, einen Rückfall des Abhängigen nach der Therapie zu verhindern! Leider, so ehrlich müssen wir sein, ist ein Mensch, der oft viele Jahre Drogen konsumiert hat, auch nach diesen sieben Monaten noch instabil. Wird er nun aus der Klinik zurück in sein altes Umfeld entlassen, liegt die wahrscheinliche Rückfallquote bei siebzig Prozent. Heißt: Sieben von zehn scheitern trotz aufwendiger, stationärer Therapie und verfallen erneut den Drogen. Solch ein Rückfall bedeutet nicht nur teilweise sinnlos investierte Therapiekosten, sondern auch oft unermessliches Leid. Nicht nur für die Rückfälligen, vor allem auch für deren Familien! Nach Monaten der Hoffnung trifft alle der erneute Absturz, beginnen alle nervenaufreibenden Kämpfe erneut oder mangels Kraft macht sich völlige Resignation breit.

Dagegen wollen wir etwas tun! Wir wissen, dass sich die Chance auf ein dauerhaft drogenfreies Leben extrem erhöht, wenn ein ehemals Abhängiger auch nach diesen sieben Monaten Therapie in ein ihn weiter stabilisierendes, unterstützendes Umfeld eingebunden wird. Wir nennen unsere Vision dazu vorerst Selbsthilfe-Community. Angemerkt werden soll an dieser Stelle auch, dass wir nicht der Erfinder dieses Gedankens sind. Es gibt schon gut funktionierende Projekte dieser Art. Allerdings viel zu wenige im Verhältnis zum Bedarf und kaum oder gar nicht im Raum Mitteldeutschland, wo wir aktuell unseren Arbeitsschwerpunkt sehen. Hier einige Stichpunkte, was diese Community leisten soll:

  • Stellung von Wohn- und Versorgungsmöglichkeiten nach Therapieende in einem Umfeld von Gleichgesinnten. Damit die Möglichkeit von Gedanken- und Erfahrungsaustausch in schwierigen Momenten. Ebenso der disziplinierende Druck, innerhalb des Wohnbereiches Regeln einhalten und auch Arbeiten ausführen zu müssen.
  • Anleitung und Begleitung zur Rückkehr in einen strukturierten Tagesablauf, den viele der ehemals Abhängigen vor ihrer Therapie nicht mehr hatten, da ihr Leben nur noch von der ´Jagd nach dem Stoff´ bestimmt gewesen ist.
  • Unterstützung bei Behördengängen, bei der Klärung von ggf. entstandenen, strafrechtlich relevanten Taten vor der Therapiezeit und in vielen Fällen bei der Regelung des Abbaus von angehäuften Schulden.
  • Durch Kooperation mit regionalen Firmen und Behörden sowie der Wahrnehmung von Aufgaben innerhalb der Community die Schaffung sinnvoller Beschäftigung unmittelbar nach der Therapie. Darüber hinaus die Organisation von Möglichkeiten der Schul- oder Berufsausbildung, da viele langjährige Drogenabhängige über keinen Schul- oder Berufsabschluss verfügen.
  • Alle Maßnahmen sind darauf gerichtet, die Bewohner der Community auf dem Weg in ein drogenfreies, eigenständiges Leben zu begleiten, wobei niemandem vorgeschrieben werden soll, wie lange er innerhalb der Community leben darf.
  • Im Idealfall – dies bedarf entsprechenden Kooperationen oder finanziellen Mitteln – soll auch während der Zeit in der Selbsthilfe-Community die Möglichkeit weiterer fachpsychologischer Betreuung geboten werden.
  • Die Community soll auch Kapazitäten für kurzfristige Notfälle aufbauen, insbesondere für solche, wo zwischen der Entgiftung und dem freien Platz zur stationären Therapie mehrere Wochen Zeit liegen.

Das gesamte Projekt wird so organisiert, dass es sich mittelfristig zu siebzig bis achtzig Prozent selbst refinanziert.